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Lightroom 6 vs. Capture One Pro 11 – Der Performancetest

Es wird viel über die Performance von Lightroom und Capture One Pro berichtet. Ich habe beide RAW-Konverter verglichen. Aber der Reihe nach.

Kürzlich bestellte ich einen neuen PC. Mein alter i7 der ersten Generation war inzwischen in die Jahre gekommen. In gleichem Zug entschloss ich mich für einen 4K Monitor. Der Wechsel war mit viel Arbeit verbunden. Das Betriebssystem musste neu aufgespielt, alle Programme installiert und Daten kopiert werden.

Diesen Aufwand habe ich zum Anlass genommen, mich endgültig für einen der beiden RAW-Konverter zu entscheiden. Viele Jahre hat mir Lightroom treue Dienste geleistet. Diverse Umstände führten dazu, Capture One testweise zu installieren und auszuprobieren. Die Bedienung war anfangs gewöhnungsbedürftig, jedoch entschädigten die Ergebnisse für die Mühe der Einarbeitung. Ein zentraler Punkt für die Wahl meines zukünftigen Konverters war die Performance. Oft importiere ich größere Mengen an Raw-Daten und sichte diese noch während des Importes. Ich führe diverse lokale Korrekturen durch und exportiere die RAWs als JPGs um sie auf meiner Website bereit zu stellen.

Ich entschloss mich einen Performancetest zwischen Lightroom 6 und Capture One Pro 11 durchzuführen. Den Schwerpunkt habe ich auf dem Katalogimport und -export gelegt.

Die Voraussetzungen

Ein neuer PC mit folgenden Komponenten und einem frisch installierten Windows 10 inkl. aller Updates.

Installiert wurden Capture One Pro 11 (Build 11.0.0.266) und Lightroom 6.14 auf der SSD-Festplatte. Auf der Lexar 64GB 633x SD-Karte sind 1.000 Raw Dateien einer Sony A7II enthalten. Eine Aufnahme ist etwa 24 MB groß. Die Gesamtgröße aller Aufnahmen beträgt 23,3 GB.

GehäuseBeQuiet Silent Base 600 orange
CPUIntel i7-8700 (6x 4.60 GHz Turbotakt, 12MB)
Kühlerbe quiet! Shadow Rock 2
MainboardMSI Z370 PC Pro
RAM16GB DDR4 PC3000 G.Skill AEGIS
Grafikkarte6GB Gainward GTX1060
SSD525GB Crucial MX300
HDD2000GB SATA 6GB/s 7200rpm
Netzteil500W BeQuiet PurePower 10
ExternUSB 3.0 SD-Lesegerät
SD-KarteLexar 64 GB 633x
BetriebssystemWindows 10
MonitorBenQ BL2711U (4K, IPS, 100% sRGB-Farbraum, 10Bit)

Vor dem Test wurde das System neu gestartet und es wurden keine weiteren Programme geöffnet. Es war immer nur der jeweilige RAW-Konverter offen.

Import

Beim Import der Aufnahmen werden sogenannte Vorschaubilder erstellt. Das Generieren dieser Bilder nimmt den Großteil der Zeit in Anspruch. Je größer die Bilder, desto länger dauert der Import. Abhängig von der Auflösung des Monitors, sollte die entsprechende Vorschaudateigröße gewählt werden.

Bei Capture One ist das bei meinem 4K Monitor eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixel. Eine höhere Auflösung bringt laut dem Capture One Support keine Verbesserung beim bearbeiten der Fotos und kann sogar zu Performanceeinbüßen führen.

Lightroom verhält sich bei den Vorschauen leider anders. Adobe empfiehlt die Vorschauen unabhängig von der Monitorauflösung in der höchstmöglichen Auflösung zu erstellen. Das wäre in meinem Fall die Kameraauflösung mit 24 Megapixel. Lightroom nennt diese Auflösung 1:1-Vorschaubilder und schreibt dazu:
Obwohl die Generierung von qualitativ hochwertigen 1:1-Vorschaubildern den Importvorgang langsamer macht, reagiert Lightroom besser beim Arbeiten im Modul „Bibliothek“.

D.h. die 1:1-Vorschauen beschleunigen das Bearbeiten der Bilder. Insbesondere profitieren davon das Schärfen und die Rauschunterdrückung, da man diese Schritte für gewöhnlich in der 1:1 Ansicht durchführt.

Um den Vergleich fair zu gestalten, habe ich mich entschlossen bei Lightroom zwei Importe durchzuführen. Zunächst mit den 1:1 Vorschauen und anschließend mit 3840 x 2160 Pixel.

Bei Lightroom 6 dauerte der Import:

  • 42:32 Minuten (mit 1:1 Vorschauen).
  • 30:10 Minuten (mit 3840 Pixel Vorschauen).

Bei Capture One dauerte der Import nur 18:23 Minuten.

Capture One Pro 11 ist somit auch bei gleicher Vorschaubildgröße schneller als Lightroom 6.
Bei beiden RAW-Konvertern schwankte die Prozessorauslastung zwischen 50%-70%. Unterschiede konnte ich keine feststellen.

Export

Der Export aller Aufnahmen erfolgte im JPG-Format, bei einer Qualität von 100% und einer Größe von 2.800 Pixel auf der langen Kante.
Auch hier gab es gravierende Unterschiede in der Performance. Lightroom 6 benötigte für den Export der 1.000 Bilder 23:05 Minuten. Capture One Pro 11 benötigte dagegen nur 8:33 Minuten.

Beim Export sind mir zwei Sachverhalte aufgefallen:

  1. Während des Exportes hatte Lightroom eine Auslastung aller Kerne von 100%
  2. Die von Capture One exportierten JPGs sind zwischen 30%-40% größer als die JPGs von Lightroom.

Fazit

Lightroom 6 benötigte sowohl für den Import, wie auch für den Export deutlich länger. Ein Ergebnis in dieser Deutlichkeit habe ich nicht erwartet. Capture One Pro 11 scheint besser mit den vorhandenen Systemressourcen umgehen zu können. Beim bearbeiten von Fotos konnte ich keine Unterschiede feststellen. Beide Raw-Konverter arbeiten auf meinem System flüssig. Beim Wechseln in die 100% Ansicht benötigt Capture One gefühlsmäßig einen Tick länger. Hier profitiert Lightroom 6 von den 1:1 Vorschauen, sofern diese beim Import generiert wurden.

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